Aus unserer Geschichte
Der CVJM Elberfeld blickt auf eine 180 Jahre lebendige und wechselvolle Geschichte zurück und gehört damit zu den ältesten CVJM-Vereinen in Deutschland.
Gegründet wurde der Verein 1838 als Jünglingsverein für junge Handwerker und Fabrikarbeiter. Besonders in schwierigen Zeiten stellte sich der CVJM an die Seite junger Menschen. Schon in den ersten Jahrzehnten war es den Verantwortlichen wichtig, dass sich die jungen Männer im CVJM zuhause fühlten. Neben dem Studium der Bibel gab es berufliche Förderung sowie Angebote zur Geselligkeit.
Leitmotiv aller Arbeit war stets die Frage, was junge Menschen für „Geist, Seele und Leib“ brauchen. Das CVJM-Dreieck symbolisiert diese ganzheitliche Sicht des Menschen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen sowohl der Umfang der Arbeit als auch die Mitgliederzahlen, sodass 1888 der Umzug in ein großes Haus in der Bergstraße erfolgte. Die Angebote für junge Menschen wurden kontinuierlich erweitert.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Jugendarbeit verboten und das Haus enteignet. Dennoch ließen sich die Verantwortlichen nicht mundtot machen. Ihr Gottvertrauen half ihnen, die Arbeit nach dem Krieg neu aufzubauen. Mutig führten sie ein Wiedergutmachungsverfahren gegen die Stadt – mit Erfolg. 1954 konnte das neue Haus in der Calvinstraße eingeweiht werden. Für die Räume im Obergeschoss der Kirche erhielt der CVJM ein Dauernutzungsrecht.
Weitere wichtige Meilensteine sind die Aufnahme der Frauen in den CVJM sowie die Umbenennung in „Christlicher Verein junger Menschen“ im Jahr 1973.
Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Texte abgebildet. Lesen Sie am Ende dieser Seite die gesamte Festschrift zum 180. Jubiläum.
1838 - Die Vereinsgründung
Damals entstand bei jungen Männern der Gedanke der Gründung eines Vereins mit klaren Richtlinien und bindender Mitgliedschaft. Unter Führung des rührigen Jungkaufmanns Anton Haasen wurde im Jahr 1838 der „Christliche Verein für junge Handwerker und Fabrikarbeiter“ aus der Taufe gehoben.
Die jungen Leute kamen aus ländlichen Gebieten, aus dem Homburgischen, dem Hessischen, aus Waldeck und dem Oberbergischen. Sie alle lebten bis dahin in kleinen Dörfern, mehr oder weniger wohlbehütet im Familienkreis und waren nun plötzlich den Verlockungen und Versuchungen einer für sie fremdem Umgebung ausgesetzt. Zwar wohnten sie meist bei ihren Prinzipalen oder Meistern, hatten dort ihren langen und harten Arbeitstag und waren in ihrer kargen Freizeit sich selbst überlassen. Durch die rege Werbetätigkeit der jungen Männer wuchs der Verein schnell und zählte schon bald 300 Mitglieder.
1848 kam es in unserem Haus an der Wilbergstraße zur Gründung des Rheinisch-Westfälischen Jünglingsbundes, dem heutigen CVJM Westbund. Der Elberfelder Verein gehörte neben acht weiteren Vereinen zu den Mitbegründern dieses Bundes.
Bald wurden die Räume an der Wilbergstraße zu eng. Im Jahre 1860 zog Anton Haasen an der Spitze seines Vereins in die neuen Räume an der Teichstraße. Beim 25. Jahresfest 1863 hatte man schon viel Grund zum Loben und Danken.
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1864 gründete man die ‚Jugendabteilung‘, eine Abteilung für konfirmierte Jungen. Es war die erste ihrer Art. Auf diese Jugendabteilung legte Gott seinen besonderen Segen. Sie wuchs ständig, zählte in den achtziger Jahren bereits 150 Mitglieder und stieg bis auf 500 Jungen im Jahre 1913. Die Gemeinden wurden um Zuweisung der Konfirmanden gebeten und die Jungen kamen in solchen Scharen, dass die Zahl der Helfer nicht mehr ausreichte.
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Mit dem erfreulichen Aufschwung des Vereinslebens sah sich der Vorstand in den 1880er Jahren genötigt, nach einer größeren und den Verhältnissen der Zeit entsprechenden Unterkunft Ausschau zu halten. Unter dem damaligen Präses, Herrn Stöcker, wurde im Mai 1887 das Grundstück an der Bergstraße erworben. Am 28. und 29. Juli 1888, in Verbindung mit dem 50. Jahresfest des Vereins, wurde das Jugendhaus feierlich eingeweiht. Der Verein entfaltete sich im neuen Haus recht gut. Die größeren Räume erlaubten es, den Unterricht in den verschiedensten Fächern und auch das Turnen in der eigenen Turnhalle im Hause stattfinden zu lassen. Es wurde eine Sonntagsschule gegründet - damals etwas Neues - als erste Stufe der verschiedenen Altersklassen des Vereinswerks: Sonntagsschule, Knabenabteilung, Jugendabteilung, Jünglings- und Männerverein.
1940er - Probleme in der NS-Zeit
Wie es dazu kam, dass der CVJM seine Räumlichkeiten überhaupt verloren hat, ist eine komplizierte, aber schr spannende Geschichte voller Korrespondenz zwischen dem CVJM, dem Bürgermeister und dem Wuppertaler Amtsgericht. Direkt nach dem ersten Weltkrieg eröffnete der CVJM in seinen Räumlichkeiten ein Kino, die „Kulturfilmabteilung des CVJM“. Für diese Zeit ein sehr modernes Projekt, welches dem Verein hohe Einnahmen und einen großen Jahresüberschuss bescherte: Eine immense Summe von 4000-5000 Reichsmark pro Jahr. Gleichzeitig herrschte nach dem Krieg ein großer Wohnungsmangel in Deutschland. Die Stadt Wuppertal versuchte, dieses Problem in den Griff zu bekommen, und bat den CVJM darum, ein Ledigenheim zu errichten. Hierfür gab es von der Stadt ein zinsfreies Darlehen von 25.000 Reichsmark.
„Dieses Geld wurde uns mit dem ausdrücklichen Hinweis gegeben, dass wir an eine Rückzahlung nicht zu denken brauchten und bestimmt eine Niederschlagung im Laufe der vorgesehenen zehn Jahre zu erwarten hätten.“ So wurde also das Ledigenheim errichtet. Zehn preisgünstige Zimmer wurden vermietet und damit einhergehend eine Großküche eröffnet, die eine zusätzliche Einnahmequelle bot.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderten sich die Verhältnisse schnell. Das Kino, die Küche und die öffentliche Jugendarbeit wurden verboten. Die Bibelstunden fanden zwar weiterhin regelmäßig statt, aber fast alle vorherigen Einnahmequellen fehlten. Dem Verein wurde die Gemeinnützigkeit abgesprochen und somit wurde er mit hohen Grundsteuern belastet.
„Nun kam die Katastrophe für den Verein: Und zwar verlangte die Stadt Ende 1939 Rückzahlung der oben angeführten 25.000 RM in Jahresraten von 5.000 RM und einer Verzinsung von 5%.“
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War es dem CVJM selbstverschuldet, dass er nicht zahlungsfähig war, oder beruhte es auf anderen Ursachen? Von der Seite des CVJM war diese Frage wohl leicht zu beantworten, aber es war offensichtlich, dass zu dieser Zeit die Meinung von Stadt und Justiz eine andere war. Im Jahr 1939 konnte der CVJM insgesamt nur 420 Reichsmark zurückzahlen, was im Vergleich zu früheren Jahresüberschüssen verschwindend gering war, So wurden die Räumlichkeiten in der Bergstraße mit einem Wert in Höhe von 55 000 Reichsmark im Jahr 1940 von der Stadt übernommen. Das Inventar wurde verkauft.
„Dem Jugendhaus [...] ist NICHTS verblieben.“
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1960er - Der CVJM im gesellschaftlichen Wandel
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Eine besonders große Rolle spielte die Eingliederung von Frauen und Mädchen im damaligen „Christlichen Verein junger Männer”, Die Frage lautete: Aus welchem Grund sollte man „weibliche Jugendarbeit” in einen „männlichen Verein” integrieren, wenn es doch genug (christliche) Vereine für Mädchen und Frauen gab? Jedoch drangen Mädchen und Frauen aufgrund des gesellschaftlichen Wandels immer mehr in die Öffentlichkeit - eine Veränderung, auf die der CVJM einging.
Auch bei uns gabe es eine Gruppe von jungen Frauen, die sich regelmäßig trafen. Sie gründeten am 01.01.1961 den CVMF Elberfeld. Dies war gleich zu Beginn dieses Jahrzehnts ein einschneidendes Ereignis und der erste Schritt zu der dann später vollzogenen gleichberechtigten Mitgliedschaft. Dennoch wurde bei der Weltratstagung 1961 noch keine Umbenennung in „Christlicher Verein junger Menschen” erreicht. Es ging um die Grundsätze des CVJM, der von Männern gegründet wurde und bei dem junge Männer die Zielgruppe der Arbeit darstellten.
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In den Jahren 1965 und 1966 waren die Abende für junge Leute sehr beliebt und brachten viel frischen Wind in den CVJM. Liebe und Sexualität spielten eine wichtige Rolle und wurden an diesen Abenden diskutiert.
Ein Jahr später wurde der „Club for Boys and Girls” im CVJM gegründet. Dieser bot den Jugendlichen Konzerte und Gespräche sowohl mit Mitarbeitenden des CVJM als auch untereinander.
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Mit den verschiedenen Angeboten entwickelte sich der CVJM-Elberfeld in den 60er Jahren zu einem Ort der Begegnung und des Miteinanders von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern, einem Ort, den nun alle ihr Zuhause nennen durften.
1990er bis 2018
Die Angebote des CVJM Elberfeld. erfreuten sich auch in den 1990ern großer Belicbtheit. Es waren nicht nur die Freizeiten, wie das Zeltlager und die Fahrten nach Schweden und Dänemark, sondern auch die langjährigen Mitarbeiter:innen, die dem Verein ein Gesicht, Charakter und Herz verlichen. Dank dem Sekretär Heinz-Günter Pitsch wurde das CVIM Haus zu einem richtigen Zuhause für viele Jugendliche, die rund um die Uhr einfach klingeln konnten und immer eine offene Tür und ein offenes Ohr vorfanden. Er gestaltete von 1990 bis 2000 die gesamte Jugendarbeit und Mitarbeiterbegleitung im CVJM Elberfeld und richtete den Blick auch auf junge Familien.
Zu den festen Säulen des Vereins gehörte ne ben den regelmäßigen Gruppen und Freizeiten auch weiterhin die Weihnachtsfeier für Einsame und Alleinstehende in der Stadthalle‚ der Basar, welcher 1994 seinen 40. Geburtstag feierte und das Sommerfest auf dem Kirchplatz.
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2003 wurden beim Umbau des Kirchplatzes, bei dem der CVJM seine Parkplätze auf dem Kirchplatz gegen die im Hof eintauschte, rund um die City Kirche Knochen gefunden. Bis 1640 war dort ein Friedhof, danach war kein Platz mehr und weitere Tote wurden auf dem heutigen Neumarkt bestattet. Die Kirchenregister weisen für die Zeit von 1588 bis 1616 zweitausend Bestattungen nach.
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Eine für [spätere Jahre] tragende Idee war es, den CVIM Elberfeld zu einem „Ort der Möglichkeiten“ zu machen. Hier sollten Kinder und Jugendliche verschiedenste Möglichkeiten vorfinden, bei denen sie sich kreativ und aktiv einbringen und verwirklichen konnten. Ziel war und ist es, den CVJM Elberfeld transparenter nach außen zu gestalten, offener zu werden auch für Menschen, die zu nächst nichts mit dem christlichen Glauben zu tun haben. Hierzu wurden im Verlauf der Jahre über zwanzig verschiedene Projekte ins Leben gerufen und den Jugendlichen wurde die Möglichkeit geboten, einen Schlüssel für das „Wohnzimmer“ zu erhalten. Als Wohnzimmer wurd hier das Mitarbeiterbüro bezeichnet, in dem sich junge Leute Zuhause fühlten.
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Seit 2011 festigt sich die Kooperation zwischen der City Kirche, der Jugendkirche und dem CVJM Elberfeld stetig. Die gute Zusammenarbeit mündete 2016 in Verhandlungen zu einem neuen Kooperations und Nutzungsvertrag. Ergebnis ist eine Kooperation, bei der di Räumlichkeiten in der Alten Reformierten Kirchen neu geordnet worden sind, ohne dabei das Dauernutzungsrecht des CVJM Elberfeld zu ändern.
Auf Grund der Brandschutzauflagen war ein großer Umbau unserer Etagen im Kirchengebäude von Nöten. Im Oktober 2016 ging die Sanierung los und wie sich im Sommer 2017 zeigte, haben sich die vielen Monate des Wartens absolut gelohnt! Die von Grund auf vollzogene Neugestaltung lässt unseren CVJM in ganz neuem Glanz erstrahlen: Es gibt einen Aufzug, behindertengerechte Toiletten, eine größere Küche, neugestaltete Bühnennebenräume und natürlich alle notwendigen Fluchtwege im Sinne des Brandschutzes. Alle Mitarbeitenden freuten sich sehr, endlich die neuen modernen Räumlichkeiten beanspruchen zu können. So kam die Umgestaltung einigen alten und neuen Projekten sehr zugute.
Wir laden zu weiteren interessanten Einblicken in die eindrucksvolle Geschichte und in die Aktualität des CVJM ein, sowie zum Schmunzeln über alte und neue Fotos und Berichte über die Feierlichkeiten im Jahr 2018.